In seinem Buch Herr heile mich zitiert
der ehemalige Allianzvorsitzende Dr. Fritz Laubach
auch eine „Weissagung“ von Reinhard
Bonnke beim Beginn der Feuer-Konferenz 1987. Die
Erweckung, die Europa erreicht, wird eine Erweckung
mit Zeichen und Wundern sein. Wir werden kilometerlange
Schlangen von Krankenwagen haben, die die hoffnungslos
Kranken hierherbringen, und sie werden leer zurückfahren.
In Jesu Namen! Halleluja! ...Wunder und Zeichen
am laufenden Meter. Der ehemalige Allianzvorsitzende
sagt deutlich, wie es sich hier um eine Falschprophetie
handelt.
Was ist nun von den Wundern, Heilungen und sogar
der Totenauferweckung zu halten, die im Namen
dieses Pfingstevangelisten immer mehr propagiert
werden?
Es ist schon etliche Jahre her, dass ein Prediger
einer Freien Evangelischen Gemeinde Auskunft von
Bonnke, bzw. seinem Missionswerk CfaN (Christus
für alle Nationen) wollte, wegen einer angeblichen
Heilung, die in der Zeitschrift Charisma von 1988
groß propagiert worden war. Das Ergebnis
war ziemlich ernüchternd. Die „geheilte“
Person antwortete nicht und die üblichen
Ausflüchte und Ausreden seitens des Missionswerkes
nahm der Pastor nicht gutgläubig zur Kenntnis.
Darauf schrieb der damalige Chefsekretär
von CfaN, Rolf Cilwik, im Zusammenhang mit den
öffentlichen „Wunderheilungen“
bei der Feuer-Konferenz erstaunlich selbstkritisch
zurück: Die bezeugten Heilungen sind Spontanzeugnisse,
für die CfaN nicht verantwortlich zeichnet,
sondern die betreffenden Personen. In Afrika war
eine Mitarbeiterin nur zum Zwecke beschäftigt,
diesen Zeugnissen nachzugehen, sie zu prüfen
und sie aufzulisten. Das war mühsam und im
Nachhinein müssen wir sagen, die Ergebnisse
(Menschen, die dadurch zum Glauben kommen) stehen
in keinem Verhältnis zum Aufwand. Es mag
ein Hinweis sein, daß „Golgatha“
wichtiger als Heilung ist .
Die Antwort des Pastors lautete u.a.: Auf der
Feuer-Konferenz in Frankfurt war ich selbst und
erlebte, wie von Reinhard Bonnke nicht wenige
deutsche Personen mit großen Halleluja-Rufen
als gerade geheilt der Menschenmenge vorgestellt
wurden. Aber in Ihrer Zeitschrift ist trotz Ihres
Versprechens nicht einmal ein einziger von Ärzten
attestierter Heilungsbericht einer Person aus
der BRD erschienen. Wie soll das noch mit dem
Wahrheitsgebot vereinbart werden können?
In ihrem Brief schreiben Sie, daß das wohl
ein Hinweis darauf sei, daß „Golgatha“
wichtiger als „Heilung“ sei. Das glaube
ich alle Mal auch. Aber warum spricht R. Bonnke
mehr von Zeichen und Wundern als von Golgatha?
Vier Video-Kassetten habe ich von Ihrem Missionswerk,
aber auf allen nimmt die ‚Heilung’
und der damit verbunden Rummel (es tut mir wirklich
in der Seele weh, daß man das nicht anders
bezeichnen kann) mindestens 90% des Inhalts ein?
Will man die angeblichen ‚Wunder’
nachprüfen, dann ist plötzlich Ihr Auftrag
die Verkündigung, obwohl Sie in Ihrer Werbung
zu den Veranstaltungen ständig von „Evangelisation
mit Zeichen und Wundern“ sprechen? Was für
eine Verdrehung biblischer Prioritäten, verbunden
mit „Heilungsberichten“ die meist
keine sind! Ich glaube wirklich an die Macht und
Kraft Gottes, auch hinsichtlich körperlicher
Heilungen, aber so geht es nicht!
Dies ist nun eine Beobachtung, die man leider
immer wieder im Zusammenhang mit diesen Wundergeschichten
zur Kenntnis nehmen muß: Unwahrhaftigkeit.
So berichtet die von seriösen Mitgliedern
der Pfingstbewegung in England herausgegebene
Zeitschrift „Contending Earnestly for The
Faith“ (Für den Glauben kämpfen),
ein Magazin also, das durchaus keine Vorurteile
gegenüber gewissen Charismen hegt, folgendes:
Bei dem Feldzug Bonnkes in Nigeria wurden 78
Heilungswunder auf der Plattform ausgerufen, aber
dafür wurde danach kein Beweis vorgefunden.
Bonnke verfluchte Krebskrankheiten im Namen Jesu
und behauptete, daß solche, die blind waren,
sehen konnten. In dem Programm schwenkte dann
die Fernsehkamera auf den Bereich unterhalb der
Bühne, wo Leute aus der Menge dafür
ausgewählt wurden, wer auf die Bühne
kommen sollte, um ein Zeugnis einer Heilung abzugeben.
Es gab eindeutigen Beweis von Betrug, nachdem
die meisten potentiellen Teilnehmer von der Bühne
abgehalten wurden. Eine Person, die zwecks Zeugnis
ausgewählt wurde, behauptete blind gewesen
zu sein und könne nun sehen, aber es konnte
dann gezeigt werden, wie der Betreffende auch
schon zuvor sehen konnte.
Der Heilige Geist ist eben kein Showgeist und
schon gar nicht ist er verfügbar. Als man
Jesus zum König machen, Ihn sozusagen auf
das Podest stellen wollte, zog Er sich zurück
(Joh. 6,15). Es steht nicht in der Macht des Menschen,
Zeichen und Wunder anzukündigen, so als ob
der Geist Gottes uns gehorchen müsste. Eigentlich
sollte man dies nicht besonders betonen müssen,
doch gerade im Dienst und Wirken Reinhard Bonnkes
kann man beobachten, wie er sich immer mehr Autorität
anmaßt und ganz offensichtlich biblische
Grenzen überschreitet.
So erklärte unser Heilungsevangelist, wie
Gott ihm gesagt haben soll: Meine Worte sind in
deinem Mund genauso mächtig wie Meine Worte
in Meinem eigenen Mund . Bei der Feuer-Konferenz
1987 in Frankfurt brüllte er gleich siebenmal
hintereinander ins Mikrophon: I release the fire
of the Holy Ghost, (Ich setze das Feuer des Heiligen
Geistes frei).
Das aber ist das Wesen der Magie, der Wunsch
über Gott verfügen zu können. Gott
gibt den Geist bekanntlich denen, die ihm gehorchen
(Apg. 5,32), nicht denen, die ihm befehlen. So
machte der Gründer einer Bibelschule folgende
bemerkenswerte Aussage: Der Heilige Geist ist
die herrlichste Gabe an die Gemeinde, wenn sie
gehorcht und die gefährlichste, wenn sie
versucht, ihn zu manipulieren. Hier kann man gar
nicht mehr von Manipulation reden, sondern offener
Anmaßung. Es passt jedenfalls so ein Verhalten
voll in unser magisches Zeitalter.
Gibt es Suggestivheilungen?
Wie sind nun diese vielen Berichte über
Heilungen zu erklären? In diesem Zusammenhang
hat ein gewisser André Kole interessante
Hinweise geliefert. Er ist ein Trickkünstler
oder Illusionist, wie man im Englischen sagt.
Da er auch gläubig ist, hat er oft die Behauptungen
der Heilungsevangelisten untersucht. So stellt
er zunächst fest, dass es psychosomatische
und organische Erkrankungen gibt. Zu den Eigenschaften
von psychosomatischen oder funktionalen und organischen
Krankheiten erklärt er: Krankheiten können
in zwei Typen eingeteilt werden: funktional und
organisch... Eine funktionale Krankheit ist eine
Krankheit, die auf eine veränderte Funktion
eines Körperorgans oder eines Gewebes zurückgeht,
ohne dass das Gewebe beschädigt ist. Eine
organische Krankheit geht auf eine sichtbare Veränderung
in einem Organ oder Gewebe zurück. Insofern
läst sich bei der Behandlung von funktionalen
Krankheiten wie z.B. Bluthochdruck, Drogensucht,
Rückenschmerzen oder den meisten Fällen
von Kopfschmerzen kein sichtbarer Gewebeschaden
aufzeigen, aber das Organ oder das Gewebe hat
eine Funktions-störung. Im Gegensatz dazu
liegt bei organischen Krankheiten wie z.B. Knochenbrüche,
Lähmungen aufgrund von durchtrennten Nerven,
angeborenen Missbildungen... eine eindeutige und
aufzeigbare Beschädigung von Gewebe vor .
Wie André Kole weiter ausführt, können
funktionale Krankheiten von praktisch jedem geheilt
werden, der die Techniken der Glaubensheilung
praktiziert. Diese sind im Prinzip weltweit anwendbar,
seien es Schamanen, Psycho-Heiler, Medizinmänner,
Magier, New-Ager usw. Glaubensheilungen kann praktisch
jeder vollbringen – selbst eine Katze! Göttliche
Heilung, an die wir auch glauben, ist allerdings
weder mach- noch manipulierbar.
Darüber hinaus kann bei einer hochgradig
sensationellen und emotionsgeladenen Atmosphäre
einer Glaubensheilungs-Veranstaltung das Gehirn
zu vermehrter Endorphin-Ausschüttung ins
Nervensystem stimuliert werden... Das ist der
Grund, weshalb die Leute aufrichtig sagen können:
„Der Schmerz ist weg“, und ernsthaft
glauben, sie seien geheilt – bis schließlich
der Effekt einige Stunden später nachlässt
.
Bemerkenswert ist auch André Koles abschließende
Feststellung im Zusammenhang mit Benny Hinn, dem
derzeit weltweit populärsten Heilungsevangelisten,
ein Mann, der auch durch Bonnke in Deutschland
zuerst, nämlich 1987 in Frankfurt, bekannt
gemacht wurde: Benny versprach immer wieder, mit
mir zusammenzuarbeiten und mir und der Welt zu
beweisen, dass bei seinen Wunderfeldzügen
Tag für Tag Hunderte von übernatürlichen,
organischen Heilungswundern stattfinden. Er sagte
mir aufrichtig zu, dass er mir unverzüglich
dokumentierte Beispielfälle zuschicken werde.
Nach einiger Zeit sagte ich: „Benny, ich
will nicht unhöflich sein, aber ich denke,
ich sollte erwähnen, dass seit 35 Jahren
jeder christliche Glaubensheiler, mit dem ich
gesprochen habe, mir dieselben Versprechungen
gemacht hat wie du, und ich habe niemals wieder
von ihnen gehört.“ Benny antwortete:
„Du wirst von mir hören. Ich werde
dich unverzüglich mit den entsprechenden
Namen versorgen...“ André Kole hörte
nichts mehr von Benny Hinn.
Vergleichbar damit sind auch andere Zeugnisse
von Bonnkes Wirken. So berichtet ein Augenzeuge
von einer Großevangelisation in Kananga,
Zaire, 1994:. Es war eine sehr populäre und
gut besuchte Kampagne. Sie war sehr lebendig und
die Menschen spürten große Freude...
Aber die Leute schienen taub zu sein in Bezug
auf das Evangelium, weil sie nur am Materiellen,
den Wundern und Heilungen interessiert waren,
die geschehen sollten. Meiner Beobachtung nach
kamen die meisten Menschen nicht, um der Evangelisation
zuzuhören, sondern um die Wunder und Heilungen
zu sehen, die ihnen im Überfluß versprochen
worden waren... Das Ende eines jeden Tages war
dem langerwarteten Moment der Wunder, Heilungen
und Zeugnisse reserviert. Während des Gebetes
sollten alle, die gebrechlich, hinkend oder blind
waren oder sich sonst irgendwie krank fühlten
ihre Hand (bzw. Hände) auf den betroffenen
Körperteil legen, um Heilung zu erfahren.
Wenn es irgendwelche dauerhaften Bekehrungen und
Heilungen gegeben hat durch dieses Ereignis, werden
wir es durch die Umfrage erfahren. Mir selbst
ist jedoch kein einziger Fall bekannt.
Ein paar Absätze weiter heißt es:
Alle, die den Heiligen Geist empfangen wollten,
sollten die Hand heben, während der Evangelist
um die Ausgießung des Heiligen Geistes betete.
Das heißt, er legte ihnen die Hände
auf, um die Geistesgaben zu übertragen. Diejenigen,
die das wünschten, sagte er auch wie sie
im „heiligen Geist beten sollten“,
in Zungen. Alle, die das lernen wollten, sollten
sich konzentrieren und solange Halleluja schreien,
bis sie merkten, daß sie vom Geist ergriffen
wurden und in Zungen redeten. Von diesem Tag war
gesagt worden, daß die große Ausgießung
des Heiligen Geistes stattfinden sollte und Gott
große Zeichen und Wunder tun würde.
Wie groß war deshalb meine Enttäuschung
und mein Ekel... Obwohl sie populär war,
scheint es mir eher eine Kampagne gewesen zu sein,
deren Ernte in Parasiten bestand.
Das Auflegen seiner Hände auf die kranke
Stelle des Körpers, um Heilung zu erfahren,
ist die typische Technik der Geistheiler und ist
eine übliche Praxis im Mesmerismus.
Über den „Mähdrescher“
Bonnke schrieb „Focus“ u.a.: Jeder
soll seine Hand auf seine kaputte Körperseite
legen und die andere Richtung Himmel strecken.
Viele zucken, als wäre ein Presslufthammer
in sie gefahren. Bonnke babbelt in etwa: (dann
kommt Zungenrede, Anm.). Mehrere Minuten dauert
die Orgie, bei der 200 000 Männer, Frauen
und Kinder wie gackerndes Federvieh auftreten.
Man wird an die Klage des Apostels Paulus erinnert:
„Die Leute denken, ihr seid von Sinnen“
(1. Kor. 14,23).
Meiner Frau und mir wurde auf Madagaskar von
einer Christin berichtet, wie nach Bonnkes Feldzug,
der wiederum mit einer Überfülle von
Heilungen einhergehen sollte, viele frustriert
und enttäuscht zurückblieben, weil sich
die Heilungen nicht ereigneten bzw. als unecht
herausstellten. Ähnliches wurde mir in Kiew,
Hyderabad und anderen Orte der Erde berichtet.
Erst große Begeisterung, danach jede Menge
enttäuschte Hoffnungen. Darüber wird
gewöhnlich vornehm der Mantel des Schweigens
gebreitet.
Doch es gibt nicht nur enttäuschte Hoffnungen,
sondern schlimmere Folgen. Üblich für
Reinhard Bonnke und praktisch alle Heilungsevangelisten
ist eine ebenso wahllose wie schnelle Handauflegung.
Die Hand ist praktisch das Medium, durch welches
die Kraft übertragen wird. Die Warnung der
Schrift, „die Hände nicht zu schnell
aufzulegen“ (1. Tim. 5,22), hat man schon
längst großzügig übersehen
bzw. uminterpretiert.
Als Folge von solchen unbiblischen Handauflegungen
stellen sich manchmal Depressionen und schwere
psychosomatische Probleme ein. Denn von diesen
Heilern geht eine Macht aus. So schrieb mir in
einem privaten Brief eine Schwester, wie Bonnke
ihr in Karlsruhe die Hände aufgelegt hatte.
Seit dieser Zeit hat sie mit Anfechtungen zu kämpfen
. Ein ehemaliges Mitglied der BGG (Biblische Glaubens-Gemeinde
Stuttgart) berichtet: Unter Handauflegung von
R.. Bonnke wurde ich wie von einem Blitz getroffen
nach hinten auf einen harten Steinboden geschleudert,
wobei jedes körperliche Gefühl verschwunden
war. Verletzt wurde ich bei diesem Sturz nicht.
Gewöhnlich stürzen Bonnkes Zuhörer
bei diesen Geistmanifestationen auf den Rücken.
Auch das ist das Kennzeichen der falschen Propheten
(Jes. 28,13). Doch dies alles ist nur die Spitze
des Eisbergs. Ein Evangelist aus Süddeutschland
erzählte mir, wie ein junges Mädchen
von Bonnke bei einer seiner Veranstaltungen geheilt
wurde. Eine Woche danach war sie in der geschlossenen
Abteilung der Psychiatrie.
Demut oder Größenwahn
Sein Verhalten erinnert stark an den Zauberer
Simon, der ebenfalls über den heiligen Geist
verfügen wollte, am besten durch willkürliche
Handauflegung (Apg. 8,19). Reinhard Bonnke passt
nahtlos in unser Gefälle von Magie und Zauberei,
zu einer Generation, für die Harry Potter
zur Kultfigur geworden ist. Je mehr diese Strömungen
sich ausbreiten, desto „erfolgreicher“
wird dieser „Freisetzer“ des heiligen
Geistes sein. Auch der Zauberer Simon gab bekanntlich
vor, etwas Großes zu sein (Apg. 8,9). Für
Paulus entsprach die Vorstellung, den Heiligen
Geist anders als durch den Glauben an Jesus zu
empfangen, dem Wesen der Zauberei bzw. Hexerei
(Gal 3,1-2).
Dementsprechend sind seine Erfolgsmeldungen.
So habe ihm Gott angeblich gezeigt, wie er nicht
mehr „Menschen-, sondern Völkerfischer“
ist. Auch findet er im evangelikalen Bereich immer
mehr Anklang und war der Starredner bei der Feier
anläßlich des 50jährigen Bestehens
des Bundes der Freikirchlichen Pfingstgemeinden
im vergangenen Jahr. Mit der ihm eigenen Bescheidenheit
erklärte er, wie sich bei ihm 1 Million Menschen
bekehrt haben.
In Bonnkes Missionsnachrichten kann man regelmäßig
Bilder von riesigen Menschenmassen bestaunen.
Groß, größer am größten
lautet die Devise. „Größtes transportables
Zelt der Welt! Größte Evangelisation
aller Zeiten! Größte Ansammlung von
Menschen in der Missions-geschichte!“ So
oder so ähnlich lauten die Schlagzeilen dieses
neuzeitlichen „Superapostels“, des
„Mähdreschers Gottes“, wie er
auch genannt wird. Zwar wird er geflissentlich
behaupten, er tue alles nur zur Ehre Gottes, doch
sein Verhalten spricht viel deutlicher als seine
„demütigen“ Worte. Es hat dieses
Gebaren viel mehr mit Größenwahn bzw.
fast krankhafter Geltungssucht, um nicht zu sagen
mit dem Psychogramm eines Hysterikers, denn mit
der Demut eines Nachfolgers Christi (Phil. 2,3)
zu tun. So trug die Einladung zur Feuer-Konferenz
in Frankfurt 1987 die „bescheidene“
Überschrift: „Auftakt zur größten
Ausgießung des Heiligen Geistes in Europa“
. Der Kommentar eines freikirchlichen Pastors:
Das ist Gotteslästerung.
In Anbetracht der Tatsache, daß der wahre
Gradmesser für geistliche Kraft nicht in
der Dimension der übernatürlichen Zeichen
und Wunder, sondern im moralischen, ethischen
Bereich liegt, muß man sich fragen, welch
eine Erweckung da in den letzten 15 Jahren stattgefunden
hat? Insider nennen die neunziger Jahre das Jahrzehnt
der Homosexuellen. Scheidung ist inzwischen nicht
nur ein Problem für die Welt, sondern auch
immer mehr für die Christenheit geworden.
Gerade die gegenwärtige Regierung dokumentiert
den moralischen Bankrott dieser Generation eindrücklicher
denn je. Was ist dies eigentlich für eine
Erweckung?
Welcher Geist hat da zu Reinhard Bonnke gesprochen?
Er erklärte öffentlich im Zusammenhang
mit dieser Einladung zur Feuer-Konferenz: Ich
sehe diese Konferenz als ein Feuerleuchten Gottes,
als ein Signal für ganz Europa an. Der Herr
ganz konkret zu mir gesprochen, und ich schließe
nicht einmal mehr den Einsatz unseres afrikanischen
Großzeltes aus. Welcher Herr hat da geredet?
Nach all diesen Beobachtungen und weil sich die
vielen Weissagungen von der großen Erweckung
nicht erfüllt haben, wie zum Teil nun auch
in Deutschland von den eigenen Leuten eingestanden
wird, komme ich immer mehr zu der Überzeugung,
wie diese „geistesmächtigen“
Strömungen eine Neuauflage von 1. Kön.
22,23a sind. „Der Herr hat einen Lügengeist
in den Mund aller deiner Propheten gegeben“.
Dies ist der wahre Geist der heutigen „vollmächtigen“
Propheten, Apostel und Superapostel. Es steht
ja tatsächlich eine Geistesmacht hinter ihnen,
wie es auch das Neue Testament für die Zeit
vor Jesu zweiten Kommen voraussagt (2. Thess.
2,11). Es würde auch erklären, warum
in diesen „charismatischen“ Kreisen
(allerdings nicht nur dort) so viel Übertreibung,
Wunschdenken, Unwahrhaftigkeit und zum Teil bewußte
Lüge akzeptiert und praktiziert wird.
Auch werden Versprechungen und Behauptungen gemacht,
die entweder nicht nachzuprüfen sind oder
sich gar nicht erfüllen können. In einer
ZDF- Dokumentation vom 24. Juli 2002 über
Reinhard Bonnke konnte man hören und sehen,
wie er beispielsweise erklärte: „Alle
Augenleiden werden geheilt“ oder You shall
prosper (Ihr sollt wohlhabend werden). Dementsprechend
bemerkte ein Reporter: Bescheidenheit ist seine
Sache nicht.
Wie kann man bei einer Menge von Tausenden oder
gar Zehntausenden solche Sätze hinausbrüllen?
Dies ist nicht mehr die Torheit des Kreuzes und
die Wahrhaftigkeit eines Dieners Christi, sondern
ein anderes Evangelium, garniert mit verlockenden
Verheißungen. Nicht die thologia crucis,
sondern die thologia gloriae.
Die Menschen fallen in Trance, die ganze Atmosphäre
erinnert fast an einen Jahrmarkt oder ein Fußballstadion.
Der Kommentar des ZDF: Er liebt die Inszenierung.
Auch wurde in dieser Sendung erwähnt, wie
bei seinen Versammlungen schon mehrfach Menschen
zu Tode gedrückt wurden.
Es ist schon Jahrzehnte her, dass man Martin Lloyd
Jones im Zusammenhang mit Kathryn Kuhlman fragte,
was er von ihren Heilungsfeldzügen halte.
Man kann auch beobachten, daß die Auswirkung
des Geschehens von Wundern bei den Menschen dazu
führte, daß sie mit dem Empfinden der
Ehrfurcht, manchmal sogar Furcht erfüllt
wurden... In einigen der populären Heilungsversammlungen
in unseren Tagen jedoch, findet Gelächter
und Spaß statt. Die Leiter rühmen sich
sogar dessen. Ich würde sagen, die Bibel
lehrt, daß jede Kundgebung der Kraft Gottes
Ehrfurcht gebietend ist und einen Geist der Leichtfertigkeit
oder oberflächlichen Einstellung ausschließt.
Doch besonders eindrücklich ist folgende
Feststellung im Zusammenhang mit dem Auftrag zur
Heilung: Man muß zu gewissen allgemeinen
Grundsätzen zurückkehren, die im Neuen
Testament gelehrt werden – und tatsächlich
auch im Alten. Einer ist, daß man niemals
biblische Wunder einige Tage zuvor angekündigt
findet.... Z.B. betrachtet den Fall von Perus
und Johannes und den Mann an der Schönen
Pforte des Tempels. Ähnlich Paulus mit dem
Mann in Lystra. Die Apostel wußten zuvor
nicht, daß sie bald Wunder tun würden...
Sie haben nicht experimentiert und wir finden
keinen Bericht einer mißglückten Heilung
in Apostelgeschichte.
Doch für seine Kritiker hat Bonnke nur das
Götzzitat übrig, wie er einem ehemaligen
Mitglied des Hauptvorstands der Deutschen Evangelischen
Allianz in den 80er Jahren wörtlich sagte
. Schließlich gibt ihm der Erfolg recht.
Man vergleiche dazu Jak. 3,17.
Man übersieht dabei völlig, daß
gerade ein Kennzechen der falschen Propheten in
der Zeit vor der Wiederkunft Christi ihre großen
Erfolge sein werden. Der Herr Jesus sagt in seiner
berühmten Ölbergrede nicht, „sie
werden wenige oder einige in die Irre führen“,
sondern „sie werden viele verführen“
(Mt. 24,11). In der Bergpredigt heißt es:
„Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage:
Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt?
Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister
ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen
viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen:
Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir,
ihr Übeltäter!“ (Mt. 7,22-23).
Wenn Erfolg der Maßstab für göttliches
Handeln wird, dann waren Jeremia und Hesekiel
die größten Versager. Jeremia mußte
sagen „und ich habe zu euch nun dreiundzwanzig
Jahre lang immer wieder gepredigt, aber ihr habt
nie hören wollen“ (Kap. 25,3b).
Die biblische Beurteilung
Bonnke hat verblüffende Ähnlichkeit
mit den von Paulus ironisch titulierten „Superaposteln“
(????????????????????überaus sehr Apostel,
2. Kor. 11,5 und 12,11). Ab 2. Kor. 10 setzt sich
Paulus mit Leuten auseinander, deren hervorstechendes
Merkmal darin bestand, dass sie ungeheuer ruhmsüchtig
waren (2. Kor. 10,18; 11,18-19) und auch prahlten,
dem Apostel gleich zu sein (2. Kor. 11,12). Durch
diese Leute begann offensichtlich die große
Erweckung und sie rühmten sich fremder Arbeit
(2. Kor. 10,13-15). Sie warfen Paulus vor, fleischlich
zu sein (2. Kor. 10,2), weil er offensichtlich
sich nicht rühmte und auch nicht Zeichen
und Wunder in den Mittelpunkt stellte. Deswegen
behaupteten einige sogar, er sei gar kein echter
Apostel. Ein solcher müsse mehr „Vollmacht“
haben. Paulus muß deswegen erklären,
wie des „Apostels Zeichen unter ihnen geschehen
sind“ (2. Kor. 12,12). Er weist darauf hin,
wie er sogar im Paradies war, doch es töricht
ist, solche Erlebnisse oder Offenbarungen an die
große Glocke zu hängen (2. Kor. 12,7-11).
Weil diese „Superapostel“ ständig
ihre große Vollmacht und Kraft im Munde
führten, rühmt sich Paulus ganz im Gegensatz
dazu seiner Schwachheit (2. Kor. 12,5 u. 9) und
belegt seine Apostelschaft mit der Fülle
seiner Leiden (2. Kor. 11,22-33).
Darüber wird bei dem triumphalistischen
Ansatz dieser besonderen Apostel damals wie heute
gewöhnlich geschwiegen, bzw. Schwachheit,
Leiden oder auch Krankheit als fleischlich eingestuft.
Man setzt sich heute problemlos in eins mit den
biblischen Aposteln (2. Kor. 11,12). Paulus sagt
dann ungeschminkt, wie diese besonderen Apostel
mit ihrem großen Mundwerk einen anderen
Jesus predigen, einen fremden Geist vermitteln
(2. Kor. 11,4) und nennt sie falsche Apostel und
arglistige Arbeiter (2. Kor. 11,13). Er muß
den Korinthern vorwerfen, wie sie einen fremden
Geist gerne ertragen (2. Kor. 11,4) und sich von
Narren, die sie ebenso gerne ertragen, knechten
lassen (2. Kor. 11,19-20). Genauso sieht es heute
aus, so dass man fast mit Salomon sagen muß,
„nichts Neues unter der Sonne“.
Der triumphalistische Ansatz hinterlässt
eine dementsprechende Spur der Verwüstung
und Zerstörung. So gab es bei Bonnkes geplanter
Evangelisation statt einer Erweckung in der nordnigerianischen
Stadt Kano Hunderte von Toten. Groß wurde
angekündigt „Kano für Jesus“.
Dieser Sieges-Triumphalismus in einer Stadt mit
Moslemmehrheit fordert die Mohammedaner natürlich
zum „Dschihad“ heraus. Ergebnis: Kirchen
wurden niedergebrannt, Bonnke musste mit Nigerias
Luftwaffe ausgeflogen werden. Sprach man zunächst
nur von Dutzenden von Toten, hieß es in
den späteren Meldungen vom Oktober 1991,
dass es 300 Tote gegeben hatte.
Wegen zunehmender Verwirrung, Irrlehren und lügenhaft
aufgebauschten Wundern und Heilungsberichten innerhalb
der charismatischen vielfältigen Strömungen,
haben sich in England seriöse Mitglieder
der Pfingstgemeinde zusammengefunden und in einer
Zeitschrift eine Art Wächteramt wahrgenommen.
„Contending Earnestly for The Faith“
(Für den Glauben kämpfen) heißt
Ihr Magazin, in dem manche Fehlentwicklung mutig
beim Namen genannt wird, wie oben schon erwähnt
wurde.
In der Juni-Ausgabe 2001 ist ein Bericht über
die angeblichen Heilungswunder von Benny Hinn
und Reinhard Bonnke. Nochmals, die Autoren dieser
Zeitschrift sind Leute, für die es an der
Existenz der Geistesgaben heute keinen Zweifel
gibt. Es handelt sich also nicht um etwa konservative
Evangelikale, denen man irgendwelche anticharismatischen
Vorurteile unterstellen könnte.
Nachdem in ernüchternder Ehrlichkeit die
skrupellosen Geldeintreibungsmethoden von Benny
Hinn kritisiert werden, heißt es weiter:
Am ersten Abend des Feldzugs mit Reinhard Bonnke,
wurden 15 Leute zu Tode getrampelt, als sie versuchten,
das Gelände zu verlassen. Und der Alptraum
ging weiter. Am zweiten Abend trug ein erschütterter
Vater eines der Opfer – sein totes Kind
– zu der Veranstaltung in dem Glauben, Bonnke
werde es wieder lebendig machen. Aber bevor er
die Bühne erreichen konnte, wurde er abgewiesen.
Immer noch überzeugt, legte er den Leichnam
des Kindes auf die Motorhaube von Bonnkes Mercedes
in der Hoffnung auf ein Wunder.
Die Bibel erwähnt Zeichen und Wunder in
den Abschnitten, die das 2. Kommen unseres Herrn
Jesus beleuchten, ausnahmslos in Verbindung mit
Verführung (2. Thess. 2,9-11; Mt. 24,24;
Offb. 13,13). Anhänger dieser „vollmächtigen“
Evangelisation zitieren gewöhnlich die Apostelge-schichte,
die jedoch den Beginn der Gemeinde schildert.
In den Parusiepassagen aber, also jene Kapitel,
welche die Zeit vor der Wiederkunft Jesu beschreiben,
wird uns berichtet, wie diese übernatürlichen
Manifestationen ein wirksames Mittel zur Irreführung
der Gläubigen sein werden. Das Ende der Tage
wird also nicht nur eine zunehmende Auflösung
der Ordnungen Gottes und Gesetzlosigkeit bezeugen,
sondern eine eschatologische Überhandnahme
von Zeichen und Wundern. In dieses Gefälle
der Schrift passt nun Reinhard Bonnke nahtlos
mit seinen lügenhaften Zeichen und Wundern.
Es sind die wirksamen Mächte der Verführung,
denen er aufgesessen ist (2. Thess. 2,9-11).
Missionieren mit einem lebenden „Toten“?
Noch bizarrer ist sein jüngster „Evangelisationsfeldzug“
mit einem lebenden „Toten“.
Die Auferweckung eines Pastors einer Pfingstgemeinde
im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, Nigeria,
erregte ziemliches Aufsehen. Sie soll im Umfeld
eines Gottesdienstes mit Reinhard Bonnke geschehen
sein. Bonnkes Missionswerk „Christus für
alle Nationen“ verbreitet darüber ein
Video mit dem Titel "Vom Tod zurück
ins Leben", das die Ereignisse dokumentiert.
So soll Daniel Ekechukwu, wie der Pastor heißt,
am 30. November 2001 angeblich wegen eines Autounfalls
gestorben sein. Seine schwangere Frau Nneka ist
schockiert, doch sie erinnert sich dann an eine
Stelle aus dem Hebräerbrief: "Frauen
haben ihre Toten durch Auferstehung zurückerhalten"
(Kap. 11, 35). Sie fühlt: Dieses Wort sollte
auch ihr gelten. Es gelingt ihr am Sonntag, 2.
Dezember, den Toten im Sarg zu einem Gottesdienst
mit Reinhard Bonnke nach Onitsha zu überführen,
obwohl der Totenschein schon ausgestellt ist.
Das Wunder geschieht. Daniel Ekechukwu wird wieder
lebendig.
In dem Video wird eine Verbindung zu der biblischen
Geschichte von dem reichen Mann und armen Lazarus
(Lukas 16,19-31) hergestellt. Ganz im Gegensatz
zu der Aussage in diesem Abschnitt wird erklärt,
die Bitte des reichen Mannes sei nun doch noch
erfüllt worden, die Auferweckung Daniel Ekechukwus
sei Gottes "letzte Warnung an diese Generation".
Noch verwirrender wird die Geschichte, wenn man
erfährt, dass dieser Pfingstpastor gar nicht
erlöst war. Ein Engel soll dem Verstorbenen
offenbart haben, dass er gar nicht gerettet ist
und zu Daniel gesagt haben: Wenn Gott nicht beschlossen
hätte, dich zurück zur Erde zu schicken,
kämst du zu den Leuten in Hölle.
Bonnke berichtete dies selbst bei einem Interview
mit dem US-Fernsehsender CBN, wo er Pat Robertson
von dieser „Totenauferweckung“ erzählte.
Darauf hat Pat Robertson erschrocken geantwortet:
Aber der Kerl war doch ein Pastor, nicht wahr?
Darauf Bonnke: Er war ein Mann, der nicht richtig
gelebt hat. Pat Robertson: Dann war er ein Schwindler.
Reinhard Bonnke: Er lebte nicht richtig. Jetzt
lebt er richtig.
Hier wird es offensichtlich, daß sich die
Bitte des reichen Mannes gar nicht erfüllt
hat. Der Reiche bat ja darum, daß jemand
aus der himmlischen Welt (Abrahams Schoß)
auf die Erde zwecks Warnung zurückkehren
möge (Vers 27). Lazarus war ja im Frieden
Gottes entschlafen. Pastor Ekechukwu war erstens
angeblich gar nicht erlöst und wird dementsprechend
aus der Hölle zurückgeschickt. Es handelt
sich hier also nicht um eine himmlische Mitteilung,
sondern buchstäblich um eine Botschaft bzw.
einen Gesandten aus dem Abgrund.
Der reiche Mann in der Geschichte im Lukasevangelium
befindet sich ja wörtlich im Hades (Luk.
16,23). Gemäß Offb. 6,8 wird nun dieses
Totenreich vor der Wiederkunft Jesu weltweit losgelassen.
Die Vorschattungen kann man immer deutlicher wahrnehmen.
So wie eine biblische Erweckung das Reich Gottes
ausbreitet, sehen wir heute, wie der „Hades“,
gemeint ist das Reich der Finsternis und des Todes
(Offb. 20,14), über die Okkulterweckung unserer
letzten Tage immer mehr um sich greift. Parallel
dazu wachsen die Vorschläge, wie sie schon
in Luk. 16 nachzulesen sind. Nachdem die Bibel
die Betonung auf das Wort legt, „Sie haben
Mose und die Propheten; die sollen sie hören“
(Vers 29), kommt das Nein aus dem Totenreich.
„Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer
von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie
Buße tun“ (Vers 30). Mit anderen Worten,
der reiche Mann möchte ja mit dem Auge missionieren,
wenn die Menschen sehen, wie Tote lebendig, Lahme
und Aussätzige geheilt usw. werden, dann
kommt die große Erweckung,. Dann werden
die Menschen in Scharen Buße tun.
In Wirklichkeit ist es ein Vorschlag, ein Gruß,
ein „Evangelium“ aus dem Totenreich.
Gerade dieses Ansinnen wird durch Abrahams Antwort
zurückgewiesen. „Hören sie Mose
und die Propheten nicht, so werden sie sich auch
nicht überzeugen lassen, wenn jemand von
den Toten auferstünde“ (Vers 31).
Hier kann man nun zusammenfassen, was von diesem
Ereignis im besonderen und von Bonnkes Dienst
im allgemeinen zu halten ist. Es ist ein Gruß
aus dem Totenreich, eine „Gute Nachricht“
aus dem Abgrund, garniert mit vielen biblischen
Begriffen. Diese Macht des Hades ist es auch,
die sich hinter diesem „Völkerfischer“
verbirgt. Gebe es keine Okkulterweckung, Bonnke
würde so gut wie keine Heilungswunder vorweisen
können, abgesehen davon, dass seine propagierten
Sensationen gewöhnlich mehr seinem Wunschdenken
denn der Wirklichkeit entsprechen. Er ist ein
Gericht Gottes über eine gerichtsreife, laodizäische
Christenheit (1. Petr. 4,17). Deswegen entsteht
im Gefolge dieses „Mähdreschers“
Gottes eine Spur der Verwirrung, Enttäuschungen
und leider auch buchstäblich Toten.
Allerdings muß um der Fairness willen gesagt
werden, dass Bonnke eine ausgezeichnete Predigtgabe
besitzt und manchmal das Evangelium sehr deutlich
bis eindrücklich verkündigt. Gott ist
souverän und es gibt tatsächlich Leute,
die durch diesen Mann zum Glauben gekommen sind.
Es wäre Unsinn, dies abzustreiten. Doch spätestens,
wenn er zu seinen Heilungen und Demonstrationen
der „Geistesausgießung“ aufruft,
wird er zum Magier bzw. Medizinmann. Durch seine
Fähigkeiten, ähnlich wie ein Hypnotiseur,
die Massen mitzureißen, kommt es zu großen
Begeisterungen und euphorischen Erwartungen, spektakulären
„Heilungen“ und danach folgt wie auf
eine Droge bzw. einen Rausch die große Ernüchterung.
Es ist wie die Feststellung von Watchman Nee
über den damaligen Einbruch der Pfingstbewegung
in die chinesische Erweckung: Wenn wir auf diese
Zeit zurückblicken, stellen wir fest, daß
der Gewinn gering, der Verlust aber sehr groß
war.
Der Herr Jesus seufzte: „Ein böses
und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen,
aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden,
denn das Zeichen des Propheten Jona“ (Mt.
12,39).
Keine Generation ist derart arg und ehebrecherisch
geworden, wie diese gegenwärtige. Kein Wunder,
dass sie nach Zeichen verlangt und betrogen werden
will. Kein Wunder, dass Bonnke so erfolgreich
ist.
Alexander Seibel